Auflösung des Joint-Ventures

01-18-2018

Kümpers und SGL gehen getrennte Wege

 

Münsterländische Volkszeitung

Rheine/Holsterfeld. Die SGL Carbon SE (Wiesbaden) und die SGL Kümpers GmbH (Rheine) haben ihr seit 2007 bestehendes Joint Venture beendet. Die SGL-Gruppe hat ihre 51-prozentige Beteiligung an die Kümpers GmbH und an Franz-Jürgen Kümpers, Geschäftsführer von SGL Kümpers, verkauft. Das teilten beide Unternehmen jetzt mit.

"Das Ziel des Joint Ventures bei der Gründung, die Materialkompetenz der SGL Carbon und die Kostenführerschaft der Firma Kümpers bei Aufträgen mit hohem Volumen miteinander zu verbinden, um dein automobiles Großprojekt wie den BMW i3 zu ermöglichen, haben wir erreicht", sagte Franz-Jürgen Kümpers im Gespräch mit der MV.

Kümpers hatte sich 2005 in Fachkreisen ins Gespräch gebracht, als er mit der Abteilung High Performance Textiles der F.A. Kümpers die Stoßfänger für den BMW M6 in Carbonfaser-Flechttechnologie herstellte. Das Start-up legte ein imposantes Wachstum hin: Der Bereich High Performance Textiles wuchs von zwei Millionen Euro Umsatz in 2001 auf acht Millionen Euro in 2006. "Seit der Gründung des Joint Ventures sind wir mit eigenem Vertrieb und Entwicklung auf über 50 Millionen Euro gewachsen", berichtet Franz-Jürgen Kümpers.

Mit 130 Mitarbeitern produziert Kümpers an den Standorten Lathen und Rheine/Holsterfeld. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 52 Millionen Euro erzielt. Dabei habe das junge Unternehmen eine Eigenmittelquote von 50 Prozent der Bilanzsumme, berichtet der Unternehmensgründer weiter.

Aus strategischen Gründen gehen SGL Kümpers und SGL Carbon SE nun getrennte Wege. "Bestehende Kundenbeziehungen werden, wie bisher, von uns intensiv betreut und weiter ausgebaut", erläutert Kümpers weiter. Das Unternehmen werde bis auf Weiteres auch den Namen SGL Kümpers führen.

Franz-Jürgen Kümpers sieht weitere Einsatzfelder für Leichtbaumaterialien aus Glas- und Carbonfaser in Prozessen wie Flecht- und Gelegetechnik. Das habe man gerade im ersten Großprojekt beim Einbau des carbonfaserverstärkten Kunststoffs im Dachrahmen für den BMW 7er erfolgreich bewiesen. Die Stückzahlen belaufen sich inzwischen auf über 100.000 jährlich. "Wir haben einen sehr hohen Grad der Automatisierung sowie die Erreichung aller Vorgaben in Qualität und Produktivität erreicht", berichtet der 58-Jährige weiter.

Die künftige Versorgung mit Carbonfasern ist partnerschaftlich mit SGL vereinbart worden. Über die finanziellen Details der Auflösung des Joint Ventures haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.